SAP HANA®

In der großen, weiten Welt der Business Applikationen wird es vermutlich kaum einen Anwender geben, der sich nicht wenigstens einmal über eine Sanduhr geärgert hat, die gerne als Indikator für einen längeren Verarbeitungsprozess zum Einsatz kommt. Vor diesem Hintergrund verfolgt die SAP® SE seit einigen Jahren die Vision, mit einer entsprechenden Plattform diesen unerwünschten Verzögerungen den Kampf ansagen zu können. Mit dem Credo „Simplify. Accelerate. Innovate.“ schickt das Unternehmen nunmehr seit 2010 SAP HANA® ins Rennen.

Willkommen in der Echtzeit

HANA steht für „High Performance Analytical Appliance“ und bezeichnet eine vollständig relationale Datenbanktechnologie, die Hardware- und Softwarebestandteile zu einer hochperformanten Einheit kombiniert. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die so genannte „In-Memory-Technologie“, die den deutlich schneller zugreifbaren Arbeitsspeicher anstelle der Festplatte zur Datenspeicherung bzw. -analyse nutzt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zusätzlich zum konventionellen zeilenbasierten, ein spaltenbasiertes Datenlayout zu wählen. Gepaart mit verschiedenen bereitgestellten Komprimierungs- und Partitionierungsverfahren, ermöglicht SAP HANA® so eine optimale Ausnutzung von Multi-Core- bzw. –CPU-Architekturen im Zuge der Parallelverarbeitung. Daraus resultiert eine Minimierung unerwünschter Verzögerungen im Zuge der Bereitstellung benötigter Funktionalitäten bzw. Daten. Oder mit anderen Worten: SAP HANA® ermöglicht eine Verarbeitung von betriebswirtschaftlichen Geschäftsprozessen in Echtzeit.

Ungeahnte Möglichkeiten leicht verdaulich serviert

Aus dem Blickwinkel einer ABAP-basierten Anwendung betrachtet, wird traditionell das Data-to-Code-Paradigma verfolgt. Im Gegensatz dazu bedienen sich Anwendungen, die für SAP HANA® optimiert oder speziell dafür entwickelt wurden, des Code-to-Data-Paradigmas. Dabei verbleibt lediglich die Orchestrierungslogik, die Geschäftsprozesse steuert, den Datenfluss kontrolliert und die Weiterverarbeitung von Kalkulationsergebnissen organisiert, in der Anwendungsschicht. Die Kalkulationslogik, die Berechnungen auf den Anwendungsdaten sowie die Bereitstellung der Ergebnisse übernimmt, wandert (im Regelfall) vollständig in die Datenbankschicht.

Code to Data

Diese Aufteilung findet — auch unabhängig von ABAP-Anwendungen — Verwendung, hierzu stellt SAP HANA® folgende Werkzeuge, Techniken bzw. Alternativen für den Datenbankzugriff bereit:

  • SAP HANA® Studio (basierend auf der Eclipse-Plattform) und SAP HANA® Web-based Development Workbench (beinhaltet die Werkzeuge: Editor, Catalog, Security, Traces)
  • SQL Script: hierbei handelt es sich um eine für SAP HANA® optimierte Erweiterung der Standard Structured Query Language (SQL).
  • Core Data Services (CDS): hierbei handelt es sich um eine Infrastruktur, die es erlaubt, Entitäten des Persistenzmodells (Tabellen und Views inkl. Assoziationen, strukturierte Typen) zu definieren
  • Information views: für unterschiedliche analytische Anwendungsfälle stehen drei verschiedene View-Typen zur Verfügung: Attribute-Views für tabellenübergreifende Auswertungen, Analytical-Views für aggregierende Auswertungen auf Basis von Maßeinheiten, Calculation-Views für tabellenübergreifende, aggregierende Auswertungen und Berechnungen
  • Für den Zugriff aus dem SAP NetWeaver AS ABAP: ABAP Managed Database Procedures (AMDP), Open SQL, Natives SQL über ABAP Database Connectivity (ADBC), Database Procedure Proxies
  • Die SAP HANA® Extended Application Services (SAP HANA® XS) stellen u. a. verschiedene — mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu implementierende — Ansätze zur Verfügung, um Daten den übrigen Anwendungsschichten zur Verfügung stellen zu können:
    • SAP HANA® Extended Application Services JavaScript (XSJS)
    • SAP HANA® Extended Application Services OData (XSODATA)